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Das Ernährungskonzept der RehaZentren Baden-Württemberg

Indikationsspezifisch, gesundheitsfördernd und individuell

Die Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und bestimmt das physische und psychische Wohlbefinden maßgeblich mit. Dies gilt ganz besonders in speziellen Lebensumständen, wie z.B. bei einer akuten Erkrankung oder in der Rehabilitationsphase. Denn: Eine bedarfsgerechte und bedürfnisorientierte Verpflegung kann Patientinnen und Patienten aktiv bei der Genesung unterstützen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Dementsprechend bieten die Kliniken der RehaZentren Baden-Württemberg gGmbH ein differenziertes und vielfältiges Ernährungskonzept an, das seit dem 01. April um eine weitere Kostform erweitert wurde: Die kohlenhydrat-reduzierte Ernährung, häufig auch als LOGI®-Methode bekannt.   

Gerade im Bereich der Rehabilitation ist die Ernährung für den Krankheitsverlauf und letztendlich für den Behandlungserfolg von elementarer Bedeutung. Denn neben den medizinischen Therapien ist eines der Hauptziele der Rehabilitation, bei den Patientinnen und Patienten eine Verhaltens- und Lebensstiländerung anzustoßen und damit den Reha-Erfolg nachhaltig zu sichern. Einer der zentralen Bausteine ist hierfür die Umstellung der Ernährungsgewohnheiten, die während der Behandlung intensiv begleitet wird.

Dementsprechend bieten alle Kliniken der RehaZentren Baden-Württemberg ihren Patientinnen und Patienten ein an den neuesten medizinischen Erkenntnissen ausgerichtetes Ernährungskonzept an. Dieses umfasst – streng nach dem Motto „indikationsspezifisch, gesundheitsfördern und individuell“ verschiedene Kostformen sowie spezielle Kost bei Unverträglichkeiten oder Erkrankungen, die einer gesonderten Ernährungstherapie bedürfen.

Im Fokus der Behandlung steht häufig massives Übergewicht und damit eine Vielzahl an ernährungsmitbedingten Krankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes oder auch Arthrose des Knie- und Hüftgelenks. Um diesen Erkrankungen erfolgreich zu begegnen, nehmen gesundheitsförderndes Verhalten und Änderung des Lebensstils innerhalb einer  rehabilitationsmedizinischen Behandlung einen immer größeren Raum ein. Während ihres Aufenthalts in der Rehaklinik erhalten die Patientinnen und Patienten neben der „eigentlichen“ Behandlung ausführliche Informationen zu ihren Ernährungsgewohnheiten und entsprechende Schulungen. Es werden ihnen damit, neben der medizinischen Rehabilitation, Wege aufgezeigt, die ihnen nach Abschluss der Behandlung eine gesundheitsbewusste und gesundheitsfördernde Lebensweise in Alltag und Beruf ermöglichen.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine Gratwanderung erfolgreich gemeistert werden, da viele Patientinnen und Patienten erstmals im Zuge ihrer Behandlung mit ihren Essgewohnheiten konfrontiert werden: Einerseits soll ihnen ausschließlich gesundes Essen angeboten werden, andererseits entspricht dieses oftmals nicht traditionellen Essensgewohnheiten und muss erst einmal schmackhaft gemacht werden.

Dieser Herausforderung begegnen die Kliniken der RehaZentren Baden-Württemberg erfolgreich durch ein differenziertes und vielfältiges Ernährungskonzept, denn „Genuss lebt von der Vielfalt“.  Hierbei legen die Ärzte gemeinsam mit dem Patienten fest, welche Kostform anhand der Indikation und der Motivation des Patienten sinnvoll ist. Um eine möglichst hohe Zufriedenheit und einen möglichst nachhaltigen Erfolg zu erreichen, werden sowohl die gesundheitlichen Aspekte als auch die individuellen Vorlieben des Patienten bei der Auswahl berücksichtigt.

Den Patienten angeboten werden hierbei insbesondere vegetarische Kost und mediterrane Kost. Um das Angebot bedarfsgerecht zu erweitern, bieten die RehaZentren Baden-Württemberg seit dem 01. April 2016 in ihren Kliniken eine weitere Kostform an: Die kohlenhydratreduzierte Ernährung, häufig auch als LOGI®-Methode bekannt. Insbesondere in der Therapie der Diabetes Typ 2 und bei der Gewichtsabnahme sind mit einer kohlenhydratreduzierten Ernährung große Erfolge möglich. Bei der LOGI®-Methode werden die kohlenhydratreichen Nahrungsmittel zum größten Teil durch Gemüse und Salat (mindestens drei Portionen) und Obst (zwei Portionen) ersetzt. Der Eiweiß- und Fettanteil führt zu einer langfristigen Sättigung, sodass viele Patientinnen und Patienten von einem Ausbleiben von Heißhungerattacken zwischen den Mahlzeiten berichten. Durch den hohen Gemüseanteil stellt sich meist von alleine eine Kalorienreduktion ein.

In Bezug auf die Ernährung nach der LOGI®-Methode können die RehaZentren Baden-Württemberg auf die langjährige und äußerst positive Erfahrung ihrer Verbundsklinik Überruh in Isny/Allgäu zurückgreifen: Die kohlenhydratreduzierte Ernährung steht dort bereits seit langem auf dem Speiseplan und wird von den Patienten nicht nur sehr gut angenommen, auch die Erfolge lassen sich sehen: Betrachtet man den Typ 2-Diabetes, so ist die kohlenhydratreduzierte Ernährung neben der Bewegungstherapie eine effektive Methode um den Blutzuckerspiegel auf einem niedrigen Niveau zu halten und damit Diabetesmedikamente auf Dauer zu reduzieren oder ganz abzusetzen.

  • Weitere Informationen zu LOGI®

    Die Abkürzung LOGI® steht für "low glycemic and insulinemic diet", also eine"Diät mit niedrigem Blutzucker und Insulinspiegel".

    Die bekannte Ernährungspyramide wird  dabei nach LOGI® neu gewichtet: Stärkereiche Lebensmittel wie Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis und Kartoffeln stehen nahe der Spitze und nicht wie bei der offiziellen Ernährungspyramide an der Basis. Hier sind vielmehr nach LOGI® Obst und stärkefreies Gemüse zu finden. Auf der zweiten Stufe folgen Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch, Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte. Süßigkeiten und Knabberprodukte dagegen stehen wie bei der herkömmlichen Ernährungspyramide an der Spitze, das heißt, sie sollten möglichst selten verzehrt werden.

    In der Praxis bedeutet dies: Damit der Blutzucker und Insulinspiegel niedrig bleibt wird auf einen Großteil der Kohlehydrate verzichtet (nur ca. 20 bis maximal 30% am besten als Vollkornbrot oder Müsli) zugunsten von etwa ca 1/3 eiweißreiche Kost (Fisch, mageres Fleisch, Geflügel, Tofu, Ei, Käse, Joghurt, Quark) sowie 2/3 Gemüse oder Rohkost (gedünstet, gebraten, gegrillt oder als Salate). 2 Portionen Obst sollten zusätzlich auf den Tag über verteilt werden und können auch mit Joghurt oder Quark kombiniert werden.

    LOGI® führt zu einem langsameren und konstanterem Blutzuckeranstieg verbunden mit niedrigerer Insulinausschütung. Hierdurch wird insbesondere die Gewichtsabnahme in den ersten Wochen unterstützt und die Insulinresistenz gemindert. Daraus ergibt sich, dass vor allem übergewichtige Patienten und Typ II-Diabetiker von der Kostumstellung profitieren. So führte in einer Studie mit Typ II Diabetikern eine Diät nach dem LOGI®-Prinzip verglichen mit einer an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung fettreduzierten Diät neben einer Gewichtsabnahme vor allem auch zu einer deutlicheren Verbesserung der kardiovaskulären Risikofaktoren wie abdominelle Adipositas, Trigyceride, HDL und verbesserter Blutdruckeinstellung. (Cardiovascular Diabetology 2009; 8:36)

    Dr. med. Robert Nechwatal
    Chefarzt Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl und
    Sprecher der Chefärzte der RehaZentren Baden-Württemberg

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